Über mich

Die Architektur der Eleganz und das Spiel mit der Fantasie

Standardmaße sind in der Welt der Mode oft nur eine theoretische Skizze, ein industrieller Kompromiss, der der Einzigartigkeit eines echten Körpers selten gerecht wird. In meiner Werkstatt betrachte ich ein Kleidungsstück nicht als fertiges Produkt, sondern als lebendige Architektur, die erst durch die perfekte Balance und den richtigen Fall des Stoffes ihre wahre Seele offenbart. Wenn ich eine Anpassung vornehme, dann geschieht dies mit dem geschulten Auge aus vier Jahrzehnten Handwerkskunst, bei der ich die unsichtbaren Linien und die Statik des Gewebes analysiere, bevor die Schere auch nur den ersten Schnitt setzt. Ein präzise platzierter Abnäher ist hierbei kein bloßes technisches Detail, sondern das entscheidende Werkzeug, um eine Silhouette zu formen, die den Träger unterstützt, anstatt ihn einzuengen.

Besonders in der prachtvollen Welt des Karnevals verschmelzen Physik und Fantasie zu einer ganz eigenen Disziplin, wenn schwere Brokate, schillernde Pailletten und opulente Federkiele so gebändigt werden müssen, dass sie trotz ihrer monumentalen Erscheinung jede Bewegung im Festzelt mühelos mitmachen. Es ist die Kunst, textile Träume so zu konstruieren, dass sie die Schwerkraft scheinbar ignorieren, während jede Naht unter der Haube die notwendige Hochleistung vollbringt. Dabei bleibe ich der Ehrlichkeit des Materials stets treu, denn wahre Kreativität zeigt sich auch darin, die Grenzen des Machbaren zu kennen. Wenn ein Stoff seine Belastungsgrenze erreicht oder die Statik eines Designs durch zu extreme Änderungen zu kippen droht, finden wir gemeinsam eine Lösung, die das optische Maximum herausholt, ohne die handwerkliche Integrität zu opfern.